AWO-Hort "St. Nikolaus" macht ma mecker - Musikprojekt führt Kinder ins Tonstudio nach Breitengüßbach

„Tape eins. Und 1, 2, 3, 4 …“, ruft Sebastian Gerischer, hebt seine Hand in die Luft und die rund 30 Mädchen und Jungen des Kinderhortes „St. Nikolaus“ Reckendorf legen los: „Vergesst die kalten Nächte und die warmen Mützen, von jetzt an müsst ihr euch vor Sonnenbränden schützen!“, schallt es durch das Tonstudio von Mach Ma Mecker Recording in Breitengüßbach.

Die Tonaufnahmen sind der erste Teil eines Musikprojektes des Kinderhortes. Das Lied stammt von Sebastian Gerischer, der neben seiner Arbeit im Tonstudio auch als Erzieher im AWO-Kinderhaus Juliushof in Hirschaid arbeitet. „Sebastian hat das Lied geschrieben und uns das Instrumentalstück geschickt“, erzählt Sabine Brehm, die Leiterin des Kinderhortes Reckendorf. Seit zweieinhalb Wochen proben sie und ihre Kolleginnen und Kollegen das Lied nun mit den Kindern. Geübt wurde nahezu täglich. Und immer in kleinen Gruppen.

Heute am großen Tag der Studioaufnahmen singen die Kinder zunächst alle zusammen in die Mikrofone. Später werden dann noch die verschiedenen Strophen in kleinen Gruppen aufgenommen. Das Warmsingen klappt ganz gut, nur ein kleiner Fehler unterläuft dem Chor. „Aber genau das macht den Charme einer Live-Performance aus“, sagt Sebastian Gerischer, der nun an einige Musikerinnen und Musiker Kopfhörer verteilt. Über diese können sie das Instrumentalstück hören, und die anderen mit ihrer Stimme „mitnehmen“. Und dann heißt es auch schon: „Tape zwei. Und 1, 2, 3, 4 …“

Vorfreude auf Video-Dreh

Egal, ob Lina, Mustafa, Marius oder Ferdinand – aufgeregt waren sie vor der allerersten Tonstudioaufnahme ihres Lebens alle. Lina ist nach dem ersten Teil unglaublich stolz. „Ich habe vorher noch nie in ein Mikrofon gesungen. Das hat Spaß gemacht“, erzählt die Neunjährige. Marius, der selbst Saxophon spielt, singt gerne. Zuhause aber eher selten. „Ich finde es schön, in der Gruppe zu singen“, sagt der Achtjährige. „Anfangs war ich ein bisschen aufgeregt, habe mich aber schnell sehr gut gefühlt.“ Der zehnjährige Mustafa und der achtjährige Ferdinand waren hingegen ganz beeindruckt von den vielen Gitarren, die sie im Studio gesehen haben. Nun freuen sie sich auf den zweiten Teil des Musikprojekts, bei dem im Kinderhort ein Video zum Frühlingslied gedreht wird.

„Jeder von uns ist stolz auf das Projekt“, sagt Sabine Brehm. „In den vergangenen Wochen ist durch das Gemeinschaftsgefühl ein großer Zusammenhalt in der Gruppe entstanden.“ Sie und alle Beteiligten können es kaum erwarten, dass alles fertig ist und den Eltern präsentiert werden kann.

Den Beruf mit Musik verbinden

Doch nicht nur Erzieherinnen, Erzieher und Kinder freuen sich. Auch Sebastian Gerischer ist begeistert von dem Projekt: „Ich wollte meinen Beruf schon immer mit Musik verbinden. Der Kultur.Service Bamberg bietet mir als Kulturpartner eine Plattform und ein Netzwerk. So kann ich nun von Einrichtung zu Einrichtung gehen und Projekte umsetzen.“ Das Frühlingslied habe er schon vor längerer Zeit, während seines zweiten Ausbildungsjahres, geschrieben. „Ich bin der Meinung, dass moderne Kinderlieder oft einen komischen Touch haben. Deshalb wollte ich etwas Eigenes machen.“